Für E-Camper

Wintercamping mit E-Auto: Plätze mit Laden

10 Min. LesezeitRoman Klesper

Im Winter campen und das E-Auto am Platz laden: Das geht, aber nicht überall. Viele Plätze schließen im Herbst. Und die Kälte kostet Reichweite. Dafür hat der Platz einen Vorteil, den unterwegs keine Säule bietet: Du stehst die ganze Nacht am Strom und kannst morgens vorheizen, ohne dass der Akku leer wird.

In unserer recherchierten Auswahl haben 85 Plätze laut Quelle ganzjährig offen und nennen eine Lademöglichkeit fürs E-Auto. Die Liste steht unten, nach Region.

Was Winterladen am Platz praktisch bedeutet

Mehr Verbrauch. Auf Fahrten über 100 km bei 0 Grad brauchst du laut ADAC 21 bis 30 Prozent mehr Strom, auf Kurzstrecken bei Frost deutlich mehr: bei minus 7 Grad im Schnitt rund 70 Prozent. Der Akku fühlt sich laut ADAC zwischen 20 und 40 Grad am wohlsten. Plane die Anreise mit Reserve.

Kalter Akku lädt langsamer. Am Schnelllader lädt ein kalter Akku laut ADAC langsamer. Lade unterwegs also lieber, solange der Akku von der Fahrt noch warm ist, als morgens nach einer kalten Nacht.

Langsam laden über Nacht passt. Am Stellplatz hast du Zeit. Ein Ladepunkt mit 3,7 kW bringt in zehn Stunden rechnerisch 37 kWh ins Auto, eine Haushaltssteckdose mit 2,3 kW rund 23 kWh. Das sind Rechenwerte ohne Ladeverluste.

Vorheizen über Landstrom. Hängt das Auto beim Vorheizen am Ladekabel, kommt der Strom laut ADAC aus dem Netz und kostet keine Reichweite. Wie viel Leistung die Heizung zieht, zeigt der ADAC-Stautest: Bei minus 9 bis minus 14 Grad brauchte sie im Stand rund 2 kW im VW e-up und rund 3 kW im Renault Zoe. An einer 2,3-kW-Steckdose bleibt beim Vorheizen also kaum etwas zum Laden übrig; ein Ladepunkt mit 3,7 kW oder mehr hat Luft.

Stromkosten. Die Preise legt jeder Platz selbst fest. Zwei Beispiele aus der Liste: Der Camping- und Wohnmobilstellplatz Braunlage nennt 0,80 € je kWh am Stellplatz und 0,65 € an der Ladesäule, der Naturcampingpark Isarhorn 0,55 € je kWh. Für 30 kWh sind das 16,50 bis 24 €. Bei den meisten Plätzen der Liste steht kein Preis in der Quelle. Frag nach, bevor du einsteckst.

Am Stellplatz laden darfst du nur, wenn der Platz es erlaubt. Viele Plätze verbieten es an der normalen Stellplatz-Steckdose. Mehr dazu in Säule ja, Steckdose nein.

So haben wir ausgewählt

  • Grundlage: unsere recherchierte Auswahl von 453 Plätzen in Deutschland, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz. Stand der Auswertung: 01.11.2026.
  • Ganzjährig offen: Die Website des Platzes, der Betreiber oder ein Camping-Portal nennt die Öffnung wörtlich, etwa „ganzjährig geöffnet“ oder Betriebszeiten 01.01. bis 31.12. Bei 47 Plätzen stammt das von der Website, bei 3 vom Betreiber, bei 35 von camping.info.
  • Nicht aufgenommen: Plätze, deren Quelle nur „Wintercamping“ oder „das ganze Jahr genießen“ schreibt, ohne die Öffnung zu nennen (11 Plätze), und Plätze, deren Ladeangabe kein E-Auto nennt (10 Plätze). Für 250 Plätze haben wir noch keine Angabe zur Öffnung.
  • Laden: Jeder Platz nennt eine Lademöglichkeit fürs E-Auto. Wie genau, steht hinter dem Namen: Laden am Stellplatz (4 Plätze), Ladesäule auf dem Platz (23) oder Laden möglich, Ort laut Quelle offen (58). Die kW-Zahl steht nur, wenn die Quelle sie nennt.
  • Keine Rangliste: Die Liste ist nach Region und Name sortiert, nicht nach „besten“ Plätzen. Jedes Profil zeigt die Angaben mit Quelle und Zitat.

Die Plätze nach Region

Deutschland (46)

Baden-Württemberg

Bayern

Brandenburg

Hessen

Mecklenburg-Vorpommern

Niedersachsen

Nordrhein-Westfalen

Sachsen

Sachsen-Anhalt

Schleswig-Holstein

Thüringen

Niederlande (26)

Drenthe

Gelderland

Limburg

Nordbrabant

Nordholland

Overijssel

Südholland

Zeeland

Österreich (7)

Kärnten

Salzburg

Tirol

Schweiz (6)

Espace Mittelland

Graubünden

Sie betreiben einen der Plätze oder einen, der hier fehlt? Über das Platzprofil können Sie Angaben korrigieren oder ergänzen. Fragen an uns: saghallo@ecampinglotse.de.

Vor der Anreise

  1. Öffnung bestätigen: Mail oder Anruf beim Platz, mit deinem Reisedatum.
  2. Ladepunkt bestätigen: Ist die Säule im Winter in Betrieb? Darfst du über Nacht stehen bleiben?
  3. Preis klären: Abrechnung je kWh, pauschal oder inklusive?
  4. Adapter und Kabel: Typ-2-Kabel einpacken, bei Steckdose nur mit Erlaubnis des Platzes und passendem Ladegerät.
  5. Reserve einplanen: Mit Kälte und Gepäck lieber einen Ladestopp mehr.

In der Platzsuche findest du alle Plätze mit dem Filter Ganzjährig. Dort stehen auch Plätze, deren Lade- oder Öffnungsangabe weniger eindeutig ist; diese haben wir hier nicht aufgenommen.

Häufige Fragen

Welche Campingplätze haben im Winter offen und eine Lademöglichkeit fürs E-Auto?
In unserer recherchierten Auswahl sind es 85 Plätze (Stand 01.11.2026): 46 in Deutschland, 26 in den Niederlanden, 7 in Österreich und 6 in der Schweiz. Bei jedem nennt eine Quelle die ganzjährige Öffnung und eine Lademöglichkeit fürs E-Auto. Die Liste steht nach Region sortiert in diesem Artikel.
Lädt mein E-Auto bei Kälte langsamer?
Am Schnelllader ja: Ein kalter Akku lädt laut ADAC langsamer. Am besten lädst du, solange der Akku von der Fahrt noch warm ist. Am Stellplatz über Nacht spielt das kaum eine Rolle, weil dort ohnehin langsam geladen wird.
Kostet Vorheizen am Stellplatz Reichweite?
Nein, solange das Auto am Ladekabel hängt: Dann kommt der Strom fürs Vorheizen laut ADAC aus dem Netz. Im ADAC-Stautest brauchte die Heizung im Stand rund 2 bis 3 kW. An einer Steckdose mit 2,3 kW bleibt beim Vorheizen also kaum etwas zum Laden übrig.
Ist die Öffnung im Winter sicher?
Nein. Wir zeigen, was die Website des Platzes oder ein Camping-Portal sagt. Manche Plätze schließen über Weihnachten oder im Januar für ein paar Wochen, Ladesäulen können im Winter abgeschaltet sein. Frag vor der Anreise beim Platz nach Öffnung und Ladepunkt.

Quellen