E-Auto auf dem Campingplatz laden
Du kommst am Nachmittag an, der Akku steht bei 20 %. Morgen geht es weiter. Die Frage ist nicht, ob der Platz „eine Ladesäule hat“. Die Frage ist: Kannst du hier über Nacht laden, wo genau und zu welchem Preis?
Es gibt drei Wege.
Weg 1: Ladepunkt am Eingang oder Parkplatz
Das ist heute der häufigste Fall. Der Platz hat eine Wallbox oder Ladesäule am Eingang oder auf dem Besucherparkplatz.
- Vorteil: Typisch 11 oder 22 kW. In wenigen Stunden ist der Akku voll.
- Nachteil: Du musst umparken. Mit Wohnwagen heißt das abkoppeln. Über Nacht blockierst du den Ladepunkt für andere.
- Frag nach: Wie viele Ladepunkte gibt es? Kann ich einen Zeitraum reservieren?
Weg 2: CEE-Steckdose am Stellplatz
Fast jeder Stellplatz hat eine blaue CEE-Steckdose mit 230 V. Sie ist für Wohnstrom gedacht, nicht fürs Auto. Wenn der Platz es erlaubt, kannst du daran mit einem mobilen Ladegerät laden.
- Wie viel kommt an? Höchstens etwa 3,7 kW. Viele Plätze sichern aber nur 6 bis 10 A ab. Bei 10 A sind das etwa 2,3 kW.
- Über Nacht: Zehn Stunden mal 2,3 kW ergeben rund 23 kWh. Ohne Anhänger reicht das grob für 120 bis 150 km.
- Ladestrom einstellen: Stell am Ladegerät den Strom auf die Absicherung des Stellplatzes ein. Sonst fliegt die Sicherung, im Zweifel beim Nachbarn mit.
Adapter und Kabel: was du brauchst
- Mobiles Ladegerät mit CEE-Stecker blau 16 A. Am sichersten ist der Original-Adapter des Herstellers. Das Gerät erkennt ihn und begrenzt den Strom passend.
- Keine Adapterketten. Schuko-Adapter, Mehrfachstecker oder selbstgebaute Lösungen sind für stundenlange Last nicht gemacht.
- Verlängerung nur mit CEE und ganz abgerollt. Eine aufgewickelte Kabeltrommel kann unter Dauerlast heiß werden.
- Typ-2-Kabel einpacken. Damit kannst du an jedem AC-Ladepunkt auf dem Platz laden, falls dort kein Kabel hängt.
Weg 3: Ladepunkt direkt am Stellplatz
Das ist das Ziel. Du parkst, steckst ein und schläfst. Morgen früh ist der Akku voll, abgerechnet nach kWh.
Nur: Es ist selten. In unserer Auswahl von 435 Plätzen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden bieten laut veröffentlichten Angaben nur 6 Laden direkt am Stellplatz. Wenn du so einen Platz findest, buch früh.
Was kostet Laden auf dem Campingplatz?
Es gibt zwei Modelle.
- Pauschale: Strom ist im Stellplatzpreis enthalten oder kostet einen Festbetrag pro Nacht. Oft ist E-Auto-Laden davon ausgeschlossen.
- Nach kWh: Du zahlst, was du lädst. Das ist fair und transparent. In unserer Auswahl rechnen laut Angabe nur 20 von 435 Plätzen nach kWh ab.
Wenn ein Platz seinen kWh-Preis veröffentlicht, steht er im Profil mit Quelle. Wenn nicht: Frag danach. Kann der Platz die Frage nicht beantworten, rechnet er vermutlich pauschal.
Sechs Fragen vor der Buchung
- Darf ich am Stellplatz mein E-Auto laden?
- Wie viel Ampere hat die Steckdose an meinem Stellplatz?
- Gibt es Ladepunkte, und wo genau: Eingang, Parkplatz oder Stellplatz?
- Wie viele Ladepunkte sind es, und kann ich einen reservieren?
- Wie wird abgerechnet: pauschal oder pro kWh, und zu welchem Preis?
- Gilt das auch in der Nebensaison?
Lass dir die Antworten per Mail geben. Dann hast du sie bei der Anreise schwarz auf weiß.
So findest du Plätze mit Lademöglichkeit
Im E-Camping-Lotsen suchst du nach Ort, Platzname oder PLZ mit Umkreis und filterst nach Land, Region, Laden am Stellplatz, kWh-Abrechnung oder Ganzjahresbetrieb. Jede Angabe steht mit Quelle und Abrufdatum im Profil. Fehlt eine Angabe, steht dort „keine Angabe“. Wir raten nie.
Ab 2027 prüfen wir Plätze vor Ort. Bis dahin gilt: Vor der Anreise zählt, was der Platz dir sagt.
Häufige Fragen
- Darf ich mein E-Auto an der Camping-Steckdose laden?
- Das entscheidet der Platz. Viele verbieten es. In Deutschland schließen laut unserer Auswertung 84 Plätze das Laden auf ihrer Website ausdrücklich aus. Frag vor der Buchung und lass dir die Antwort schriftlich geben.
- Wie viel lade ich über Nacht an der CEE-Steckdose?
- Die blaue CEE-Steckdose liefert höchstens etwa 3,7 kW. Viele Plätze sichern nur 6 bis 10 A ab. Bei 10 A kommen in zehn Stunden etwa 23 kWh in den Akku.
- Welchen Adapter brauche ich?
- Ein mobiles Ladegerät mit CEE-Stecker blau 16 A, am besten mit dem Original-Adapter des Herstellers. Keine Adapterketten über Schuko, keine halb aufgerollte Kabeltrommel.
Quellen
- E-Camping-Lotse: E-Camping in Zahlen · abgerufen 11. Oktober 2026